Vor lauter Freizeitterminen komm' ich nicht dazu, ausführlich zu berichten. Somit gib es eine Kurzzusammenfassung der letzten Tage. Ich versuche mich, durch die Vorweihnachtszeit zu schummeln, ohne zu viel am Thema Weihnachten anzustreifen. Hier ein Bericht über das erfolgreiche Scheitern dieses Vorhabens...
Zunächst muss ich von einer Weihnachtssünde beichten: Meine Motivation, zumindestens jeden zweiten Tag von meinem Adventkalender zu schreiben, war durchaus vorhanden - trotz aller Antiweihnachtseinstellung. Am 8.Dezember kam ich dann in den Berichtsrückstand, am 9. in den Berichtsnotstand und am 10. kam es zum Sündenfall. Ich schlachtete den Adventkalender. Unblutig, selbstverständlich. Uneigennützig, zu meiner Verteidigung. So viele Labellos kann eine einzelne Frau nicht auf die Lippen schmieren. Darüber zu berichten schaffe ich niemals. Also musste eine Adventkalenderlippenpflegestiftproblemlösung her, mit der ich gut leben kann. Die fand sich recht schnell. Ich kundschaftete Freundinnen aus, die gerne diese Lippenpflege verwenden. Somit schnürte ich am 10.12. das erste kleine Labello-Päckchen, um es zu einem Freundinnenumtrunk mitzunehmen. Ein sehr zufriedenstellender Ausgang der Angelegenheit - und es war auch der erste Adventkalender in meinem Leben, den ich vor der Zeit ausgenommen habe. Beiersdorf möge mir verzeihen. Vielleicht gibts ja von den Mädels als Dank den einen oder anderen Kurzbericht?
Freitag war ich eingeladen. Zu einer kleinen Weihnachtsfeier - inklusive Abendessen, dem Musical "Ich war noch niemals in NewYork" im Raimundtheater und anschließendem Umtrunk. Bisher saß ich in diesem Theater immer irgendwo unten im "Erdgeschoß". Diesmal bekam ich ein Musical aus einer völlig andere Perspektive dargeboten - aus dem zweiten Rang. Es war schon schwierig genug, die vielen Stiegen hinauf bis zum Entree zu erklimmen. Das Essen vorher war üppig und erschwerte einen grazilen Aufstieg. Ganz, ganz oben angelangt sah ich mit schreckgeweiteten Augen, was ich von unten beim Blick durch das Theater noch nie so dramatisch ausgemacht hatte. Es ging doppelt so steil wieder hinunter, wie hinauf. Bis ich auf meinem Sitzplatz ankam, war die Hälfte der Abendessenkalorien durch Angstgefühle, übergewichtig vom Rang zu purzeln, wieder abgebaut. Doch hat man seinen Platz erst mal eingenommen, genießt man eine wirklich ausgezeichnete Aussicht auf das Bühnengeschehen. Vorausgesetzt, man ist so klein wie ich. Menschen mit langen Beinen haben auf diesen Plätzen die gleichen Probleme, wie im Flugzeug in der Economy-Class. Doch die großgewachsenen Herren in unserer Gruppe litten still vor sich hin und störten die Vorstellung nicht... Das Musical entpuppte sich nach einem eher schwachen Beginn mit der Zeit zu einem richtig unterhaltsamen Stück! Es war ein wunderschöner langer Abend, der sich nahtlos in die Reihe der langen Abende diese Woche einreihte...
Samstag folgte dann ein sehr anstrengender Trainingslauf. Zwei Stunden, hügeliges Gelände, in einem Tempo, das jenseits der Grundgeschwindigkeit eines "langen Laufes" lag. Ich wusste ja, mit so mancher männlichen Laufbegleitung wird ein Training kein Honigschlecken. Das war eines davon... Knappe 20 Kilometer, knappe 1:50 Stunden. Das Essen vom Vortag wog noch immer genug, um nicht leichtfüßig zu rennen. Doch die Beine fühlten sich nicht nur bei mir nach dem Lauf so richtig voll an. Das beruhigte - kann ja nicht sein, dass nur ich unter Nachwirkungen litt. Zur netten Plauderei bei Freundin Irene schaffte ich es erst nach einem kleinen komatösen Nachmittagschläfchen. Und ich war froh, dann doch noch mit äußerst leckerem Lachstartare auf Avocadoaufstrich und Ruccola-Paradeissalat und einem tollen Zitronenkuchen versorgt zu werden. Kalorienzählen kann ich nach Weihnachten noch immer. Bis ich dann zu Hause ins Bett fiel, war es wieder sehr, sehr spät...
Dafür musste ich am Sonntag umso früher raus. Der Klosterneuburger Adventlauf stand auf dem Programm. Zeit, die Kekse unter die Läufer zu bringen. Laut Frau Laufclubpräsidentin hatte ich wieder den Job der Kekskontrolleurin und -nachschlichterin. Es war unglaublich, wieviel Mühe sich etliche Vereinskolleginnen und vielleicht auch Kollegen gemacht hatten, die leckersten Kekssorten und Kuchen zu backen. Dazu haben wir noch literweise warmen Tee, Punsch und Kaffee ausgeschenkt. Ich war zum ersten Mal hinter den Kulissen einer Laufveranstaltung und das hat großen Spaß gemacht! Bei den Keksen konnte ich mich aufgrund vorangegangener Naschattacken während der Woche zurückhalten. Beim Mohnstrudel von Gerda jedoch gar nicht. Ziemlich erschöpft von der Vereinsmeierei schleppte ich mich am frühen Nachmittag dann nach Hause. Und konnte erstmal an diesem Wochenende so richtig entspannen. Der ausgedehnte Nachmittagsschlaf war nicht nur wohlverdient sondern hat mich einfach so hinterrücks übermannt.
Nun gut - dieses Wochenende hat mich Weihnachten frontal erwischt. Aber richtig ausweichen wollte ich auch nicht. Denn es waren durchaus schöne, wenn auch anstrengende Tage. Zum Ausgleich nehme ich mir vor, die nächste Woche dem Thema "Besinnlichkeit" zu widmen. Ich werde berichten... (und hoffentlich nicht scheitern)
3 Kommentare:
Wenn man länger nichts schreibt, dann muß man in eine Geschichte relativ viel hineinpacken. Gell?
Scheint, dass dich der Hmhm-Stress (Weihnachten soll ja nicht vorkommen) ziemlich erwischt hat. Dürfte aber recht abwechslungsreich zu sein, wie man so liest!
Im Gegensatz zu mir hast noch zusätzlich eine Ladung Nivea-Produkte erhalten, dafür wurde ich mit Florena aus Hamburg eingedeckt! In meinem Fall sicher besser als Lippenpflege. Wobei ich demnächst aber noch über Nivea posten werde. Zu viel Werbung kommt in der Blogger-Familie nicht gut an!
Abschließend stellt sich noch die Frage: Was machst du in einem Musical "Ich war noch niemals in New York"?
Noch einen wunderbaren Advent - Reinhard
Hallo Reinhard,
anbei ein Auszug aus einer E-Mail an eine Freundin, warum ich dieses Musical besuche:
"....Freitag bin ich beim Musical "Ich war noch niemals in NY". Was ich ja definitiv nicht war. Also noch niemals in NY. Trotzdem geh ich hin - zum Musical. Ich will wissen wie das ist, wenn Leute noch niemals in NY waren. Ob die anders aussehen als ich? War deshalb noch nie niemand jemals in NY, weil alle anderen anders aussehen wie ich?..."
Zitat Ende.
lg
Sabine ;-)
Coole Antwort! Verstanden ;-))
Werde ich mir vielleicht doch auch ansehen?!
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