Eine erschütternde E-Mail erreichte mich heute morgen. Meine Mama, ihreszeichens wahre Familienhaubenköchin, die so mir-nichts-dir-nichts ein 4-Gänge-Menü für 13 (!) Personen aus dem Ärmel schüttelt, fragt mich (die, wenn auch ab und zu enthusiastische, aber dennoch bescheidene Köchin) um ein Rezept...
Ich war baff... Ist in der Rezepthochburg der Notstand ausgebrochen? Welches Unglück am mütterlichen Herd ist da passiert?!? Nun ja, weniger ein Unglück als ein Missgeschick aufgrund der Tatsache, dass Muttern es glaubte besser zu wissen als die Tochter... (Grundsätzlich nachvollziehbar doch in diesem Falle entlockt mir dies ein überstolzes: "Pah!")
Es geht um das Rezept für ein Schokomousse. Um genau zu sein um das Rezept für DAS Schokomousse. Denn es gibt nur ein Rezept für das perfekte Schokomousse. (ja, nur eines, und ich bin im Besitz davon und alles andere lasse ich nicht gelten, da kann noch so "Aber ich hab auch ein gutes...!" gequietscht und eingeworfen werden) Und ich dachte, dass Mama das sowieso schon von mir bekommen (oder bei reiseabwesenheitsbedinger Blumenbetreuung aus dem Hochsicherheitstresor geklaut) hätte. Hat sie nicht. Sie panscht doch tatsächlich nach fremder Anleitung irgendwas schokiges zusammen, das natürlich niemals die königliche Konsistenz und den genialen Geschmack des einzig wahren Supermousses erreichen kann. (Danach kann sie nur die Verzweiflung packen, ob der Gedanken an meinen fluffigen, perfekten, blitzartig zeitschonend zubereiteten Nachspeisentraum.)
Somit wurde ich heute zu Mamas Dessertretterin - eine wahre Heldinnentat. Und ich fühle mich gerade wie die Robine Hood derer, die kein Mousse-Rezept (eben nicht das einzig wahre) ihr eigen nennen. Somit sehe ich mich stante pede dazu veranlasst, dieses Rezept in die weite weite Welt zu verstreuen. Damit noch ganz viele weitere Menschen (außer uns vielen Menschen im Familienkreis) in den Genuss dieser Nachspeise kommen. Aber vorsicht - wer das einmal zubereitet und kredenzt, wird meistens zur Haus- und Hof-Schokomousse-Köchin gekürt und kann sich gleich jede Menge Vorrat an Velma-Schokolade zulegen. Diese Velma-Schokolade ist glaub ich von Suchard - ich hab's nie mit einer anderen probiert, also bin ich mir nicht sicher, ob das Rezept auch jenseits der Velma-Grenzen funktioniert.
Also bitteschön! Hier ist es:
Business-Schokomousse®
(für die vielbeschäftigte Frau, die Gäste, Gastgeber, attraktive Männer oder
Haushaltsikonen schnell und wirksam beeindrucken möchte)
Rezept für bis zu 6 Personen (kommt auf die Ausdauer der Schleckermäuler an):
200 g Velma Schokolade (2 Tafeln)
1/4 l Schlagobers
3 Eier
1 Pkg. Vanillezucker
1 Schuss Rum, Kognak od. ähnliches
- Einen größeren Topf 1/3 mit Wasser füllen, ein kleineres Reindl reinstellen (= Wasserbad)
- Velma-Schokolade noch in der Packung zerbrechen und im kleinen Reindl auf kleiner bis mittlerer Flamme schmelzen lassen
- Eier trennen, Dotter mit Vanillezucker und Rum (in der Schüssel, in der nachher die gesamte Schokomoussemasse gerührt werden soll) bissl schaumig schlagen
- Eiklar zu Schnee schlagen
- Schlagobers schlagen
- Geschmolzene Schokolade zu Dottergemisch leeren und gut verrühren, dann das Schlagobers unterrühren und zum Schluss den steifen Schnee unterheben. Immer gut aber vorsichtig verrühren bis alles schön oder halbwegs schön eine Konsistenz hat
- Im Eiskasten ca. 3 Stunden fest werden lassen. Kann auch länger drinnen bleiben oder länger brauchen (weiß ich nicht so genau)
- Div. Reindln und Schüsseln ausschlecken, auch kosten nicht vergessen!!
schon fertig!
(also wenn Ihr wüsstest,
was ich damit schon alles erreicht habe...)










