Dienstag, 21. Februar 2012

Schokomousse - Ein Notblogpost

Eine erschütternde E-Mail erreichte mich heute morgen. Meine Mama, ihreszeichens wahre Familienhaubenköchin, die so mir-nichts-dir-nichts ein 4-Gänge-Menü für 13 (!) Personen aus dem Ärmel schüttelt, fragt mich (die, wenn auch ab und zu enthusiastische, aber dennoch bescheidene Köchin) um ein Rezept...

Ich war baff... Ist in der Rezepthochburg der Notstand ausgebrochen? Welches Unglück am mütterlichen Herd ist da passiert?!? Nun ja, weniger ein Unglück als ein Missgeschick aufgrund der Tatsache, dass Muttern es glaubte besser zu wissen als die Tochter... (Grundsätzlich nachvollziehbar doch in diesem Falle entlockt mir dies ein überstolzes: "Pah!")

Es geht um das Rezept für ein Schokomousse. Um genau zu sein um das Rezept für DAS Schokomousse. Denn es gibt nur ein Rezept für das perfekte Schokomousse. (ja, nur eines, und ich bin im Besitz davon und alles andere lasse ich nicht gelten, da kann noch so "Aber ich hab auch ein gutes...!" gequietscht und eingeworfen werden) Und ich dachte, dass Mama das sowieso schon von mir bekommen (oder bei reiseabwesenheitsbedinger Blumenbetreuung aus dem Hochsicherheitstresor geklaut) hätte. Hat sie nicht. Sie panscht doch tatsächlich nach fremder Anleitung irgendwas schokiges zusammen, das natürlich niemals die königliche Konsistenz und den genialen Geschmack des einzig wahren Supermousses erreichen kann. (Danach kann sie nur die Verzweiflung packen, ob der Gedanken an meinen fluffigen, perfekten, blitzartig zeitschonend zubereiteten Nachspeisentraum.)

Somit wurde ich heute zu Mamas Dessertretterin - eine wahre Heldinnentat. Und ich fühle mich gerade wie die Robine Hood derer, die kein Mousse-Rezept (eben nicht das einzig wahre) ihr eigen nennen. Somit sehe ich mich stante pede dazu veranlasst, dieses Rezept in die weite weite Welt zu verstreuen. Damit noch ganz viele weitere Menschen (außer uns vielen Menschen im Familienkreis) in den Genuss dieser Nachspeise kommen. Aber vorsicht - wer das einmal zubereitet und kredenzt, wird meistens zur Haus- und Hof-Schokomousse-Köchin gekürt und kann sich gleich jede Menge Vorrat an Velma-Schokolade zulegen. Diese Velma-Schokolade ist glaub ich von Suchard - ich hab's nie mit einer anderen probiert, also bin ich mir nicht sicher, ob das Rezept auch jenseits der Velma-Grenzen funktioniert.

Also bitteschön! Hier ist es:


Business-Schokomousse®
(für die vielbeschäftigte Frau, die Gäste, Gastgeber, attraktive Männer oder
Haushaltsikonen schnell und wirksam beeindrucken möchte)

Rezept für bis zu 6 Personen (kommt auf die Ausdauer der Schleckermäuler an):

200 g Velma Schokolade (2 Tafeln)
1/4 l Schlagobers
3 Eier
1 Pkg. Vanillezucker
1 Schuss Rum, Kognak od. ähnliches

  1. Einen größeren Topf 1/3 mit Wasser füllen, ein kleineres Reindl reinstellen (= Wasserbad)
  2. Velma-Schokolade noch in der Packung zerbrechen und im kleinen Reindl auf kleiner bis mittlerer Flamme schmelzen lassen
  3. Eier trennen, Dotter mit Vanillezucker und Rum (in der Schüssel, in der nachher die gesamte Schokomoussemasse gerührt werden soll) bissl schaumig schlagen
  4. Eiklar zu Schnee schlagen
  5. Schlagobers schlagen
  6. Geschmolzene Schokolade zu Dottergemisch leeren und gut verrühren, dann das Schlagobers unterrühren und zum Schluss den steifen Schnee unterheben. Immer gut aber vorsichtig verrühren bis alles schön oder halbwegs schön eine Konsistenz hat
  7. Im Eiskasten ca. 3 Stunden fest werden lassen. Kann auch länger drinnen bleiben oder länger brauchen (weiß ich nicht so genau)
  8. Div. Reindln und Schüsseln ausschlecken, auch kosten nicht vergessen!!

 schon fertig!
(also wenn Ihr wüsstest,
was ich damit schon alles erreicht habe...)

Sonntag, 19. Februar 2012

Beinahe schon kurz vor Abu Dhabi

Was zuerst so weit weg schien, rückt in greifbare Nähe... Eine gute Woche noch, dann geht's nach Abu Dhabi! Mein Rad war bereits beim Service, hat neue Bereifung, wurde serviciert und für gut befunden. Ende der nächsten Woche wird es eingepackt und für den Flug vorbereitet. Schön langsam drehen sich die Gedanken im Kopf, was ich denn alles so einpacken muss? Immerhin: 3 Tage Berlin zum Marathon: 2 kg Übergepäck. 6 Tage Abu Dhabi zum Triathlon: Ojee.... Also 40kg (inkl. Rad) darf ich mitnehmen. Ich versuche, ein äußerst ausgeklügeltes Garderobe- und Equipmentpaket der Marke "Light" zusammenzustellen. Hoffe, das lässt sich bewerkstelligen...

Mein Training die letzten Wochen war durchsetzt. Durch ein paar kleine Verkühlungsattacken, die mit einer Armada an homöopathischen Mitteln schnell wieder verschwunden waren. Trotzdem hat das Schwimmen ein wenig darunter gelitten sowie eine Laufeinheit vorige Woche. Okay, das ist jetzt bei dem Umfang nicht so schlimm. Aber in schwachen Minuten frage ich mich trotzdem: Schaffe ich die Distanz, in dieser Umgebung, mti diesem Temperaturwechsel und so weit weg von zu Haus? 

Ich rufe mir Erinnerungen und Erfahrungen an andere Bewerbe ins Gedächtnis. An den Mürzman, den ich mir so gar nicht zugetraut habe. Oder an Walchsee - okay, da war die Temperatur am anderen Ende der Skala angesiedelt. Geschafft hab ich vieles, also werde ich auch diesen Bewerb angehen und durchkommen, sollte nicht etwas ganz Unvorhergesehenes passieren. Da es ja ein Wettbewerb ist, bei dem der Spaß und nicht das Gas im Vordergrund stehen, möchte ich versuchen, mit Ruhe und Besonnenheit an die Sache zu gehen. Ob mir das gelingen wird?

Auf jeden Fall bin ich gespannt. Auf alles, was die Woche in Abu Dhabi so bringen wird. Und werde natürlich berichten. Eher danach als währenddessen - diesmal bleibt das Notebook zu Hause. Rad und Koffer sind genug der Schlepperei. Also wenn ich genau darüber nachdenke: WER ZUR HÖLLE KAM AUF DIE IDEE, SOWAS ZU MACHEN?!?!?!

Sonntag, 5. Februar 2012

Mittel gegen strengen Frost

Was tun, wenn das Thermometer höchstens -10°C anzeigt? Sich hinter dem Thermophor verstecken? Auf's Laufband wechseln? Nein! Erst dann, wenn ich nicht alles ausprobiert habe, was mir so einfällt, um mich vor der Kälte zu schützen. Erst wenn die Kälte über mich siegt, halte ich ihr die Wärmflasche als Waffe entgegen.

Das Laufband hat sowieso kein Leiberl bei mir.

Somit öffne ich bei diesen Außentemperaturen alle Türen meines Sportkleiderkastens und lange ordentlich zu. Ich habe Euch das mal unten auf dem Foto dargestellt. Das ist keine Ausrüstung für eine ganze Staffelmannschaft. Nein, das hatte ich alles heute bei meinem langen Sonntagslauf an. Die Kälte glaubt doch nicht wirklich, dass ich wegen ihr NICHT laufe... 

Hier eine "Explosionszeichnung" einer Beijedemwetterläuferin.
Die Läuferin selbst fehlt am Bild - sie duschte heiß.

Von Innen nach Außen von Unten nach Oben hatte ich also an: Kompressionskniestrümpfe und Winterlaufunterhose, Thermolaufhose und Windschutzhose darüber. Den Oberkörper zierten in völlig stilloser Farbkombination Winterlauflangarmshirt, ein ziemlich winddichtes Skinfitlangarmshirt, ein Eduscho-Thermopulli mit Daumenlöchern und meine MWindstopper-Trainingsjacke (sehr winddicht). Am Kopf zwei Stirnbänder (breit geschichtet), eine Laufhaube, eine Gesichtsmaske (aus Thermostoff und nicht aus Gurken) und ein Halstuch zu einer zweiten Gesichtsmaskenschicht zusammengeknotet. Zwei Paar Handschuhe. Kleinzeugs wie schwere Schuhe, Sonnenbrille etc. sind hier nicht näher angeführt. 

Meine Erfahrung mit dieser Extrem-Zwiebel-Technik? Ein bissl schwer ist die ganze Garderobe schon. Ich hätte auch noch den Kleiderschrank mitnehmen können - es wär nicht so aufgefallen, vom Gewicht her... (Böse Zungen könnten ja jetzt behaupten, hätte ich die 2kg Fett nicht abgebaut, bräuchte ich nicht 3kg zusätzlich an Kleidung mitschleppen, aber solche Bemerkungen ignoriere ich gekonnt.) Schichtet man beide Gesichtsmasken übereinander riskiert man, durch Sauerstoffmangel bewusstlos zu werden. Deshalb rate ich zu dieser Maßnahme nur, wenn der Wind so stark wird, dass er durch beide Stoffschichten lebenserhaltend durchbläst. Die Sonnenbrille beschlägt, weil der Atem von der Maske abgelenkt und direkt unter die Brille geblasen wird. Das ist echt doof, weil's ohne Brillen eisig auf die Augen zieht und die Wimpern (die durch die vorher herrschende hohe Luftfeuchtigkeit im Brillenzwischenraum feucht wurden) gefrieren. Nach den ersten 5 Minuten, die ich so gut eingepackt vor mich hinrannte dachte ich, mich trifft in der Sekunde der Hitzschlag unter so viel G'wand, was sich aber nach weiteren 5 Minuten legte - warum auch immer. Es ist in der Tat ein wenig kompliziert zwischendurch auf's WC zu huschen - ich hatte dadurch einige Minuten an die Trainingseinheit dranzuhängen.

Aber sonst war's echt kuschelig warm unter dem ganzen Zeugs. Ich fürchte also, es ist (so man laufgarderoblich überausgestattet ist) auch bei Superfrost möglich, zu laufen. Somit entziehe ich so manchem hiermit die Ausrede, es nicht zu tun...

Und weiters kann ich bei dieser A...kälte eine besondere Empfehlung aussprechen:

Nach dem Lauf (und nicht nur nach diesem) gönne ich meinem müden Körper in letzter Zeit immer wieder einen Supervitaminsaft. Ich kann Euch sagen, der hilft gegen alles mögliche! Macht in der Sekunde wieder munterer, unterstützt (hoffentlich) auch die Muskeln beim Wiederaufbau und hat so viel Vitamine in sich, dass das Immunsystem nur so ins Staunen kommt. 

Hier das Rezept:
1 Apfel
3 Karotten
1 Orange
2 Messlöffel Activ3 - Regenerationsdrink

Das Obst in den Entsafter, alles in einen Shaker und eventuell mit Wasser auf einen halben Liter aufgießen. Ordentlich schütteln. Perfekt! Schmeckt unfassbar gut! DAS ist mein neuer Nachdemsport-Lieblingsdrink!

So. Also der Kälte hätte ich für heute die kalte Schulter gezeigt. Ein bissl träum' ich aber schon von der Zeit, in der ich im schicken Frühlingsoutfit durch die aufblühende Laxenburger Parklandschaft laufe. Und man mein Frühlingslächeln auch sieht, weil es nicht hinter der Maske versteckt ist.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Schlaflos - Aus Gutem Grund

Also immer wenn ich spät abends (für mich jedenfalls spät abends) noch was schreiben muss, dann wäre ich ohne diese Schreiberei schlaflos. Ich schreibe aber extra im Flüsterton, damit ich niemanden aufwecke, der schon eingeschlafen ist...

Heute hat meine Schlaflosigkeit jedoch einen positiven Hergang - es war ein ausgefüllter und schöner Tag, der noch so nachschwingt, dass die Müdigkeit noch ein wenig braucht, um zu mir vorzudringen.
Es war der Tag der Leistungsdiagnostik. Im September stand ich zuletzt am Laufband bei Trainer Alex. Das Ergebnis war für die Umstände des Sommers 2011 gar nicht mal so übel. (ja, ich raunze hier auf hohem Niveau, für andere wär das "nicht mal so unfassbar genial und toll!") Nun bin ich immer aufgeregt, fast wie vor einer Prüfung, wenn's wieder zum Trainingscheck geht. Endlich sitze ich dann im Analyseraum dem Trainer visavis und mir wird erst mal der Blutdruck gemessen. Gottseidank war der Autoverkehr über den Gürtel heute recht flüssig, somit hatte ich rushhourbedingt keinen hohen Blutdruck (das hatte ich tatsächlich schon mal...). Mein Blutdruck dümpelt wie immer irgendwo in einem unteren aber durchaus akzeptablen, ja sogar völlig unbedenklichen gesunden, Bereich. Passt.

Station zwei ist die große Waage. Also es passt kein LKW drauf, so groß ist sie nicht, sondern ausschließlich ein Mensch nach dem anderen. Aber das Ding spielt alle Stückerln, es vermisst dir dein Körperinneres und zerlegt es in chemische Einzelteile. Die wichtigsten Eckdaten: Ich bin älter geworden (okay, das hat Alex eingegeben) und gleich groß geblieben (hab ich ihm eingesagt). Und ich konnte 2 Kilogramm reinstes Fett abbauen! Das nenn ich mal fein! Es gab zwar keinen Muskelzuwachs, aber auch keinen -abbau. Das mit meinen Muskeln ist nämlich nicht so einfach. Es sollten ja mehr werden, zumindest ein bissl. Doch die vorhandenen Muskelpartien wollen viel lieber unter sich bleiben und keine einzige muskuläre Neuerscheinung willkommen heißen. Ich kann machen was ich will. Trainieren wie verrückt und mich ausschließlich von Eiern, Milch und Hendlhaxen ernähren: Mehr Muskeln krieg ich nicht. Ja, okay, ich geb zu ich esse auch Schoki und Kuchen und Kekse und Punschkrapfen. Auch Obst und Gemüse - von dem kriegt man aber auch keine Muskelberge. Egal, sei's wie es sei. Die Fettn ist weggeschmolzen, ich hab weniger als 10 Kilo davon noch in meinen Rundungen gespeichert. Das genügt, der Rest schleppt sich schon schwer genug beim Laufen. 

Ein Blick in mein Inneres - ausnahmsweise. Also ich denke, dass so
eine Analyse schon motivierend sein kann, sie zu verbessern,
so sie verbesserungswürdig ist. Wär' das nicht auch etwas für die,
die sich ganz alleine zu Hause kasteien und kaum Erfolge erzielen?

An dieser Stelle möchte ich allen ernsthaft diätierenden Menschen meinen Respekt aussprechen. 5 Monate und 2 Kilo Fett. Das war harte Arbeit, wirklich harte Arbeit. Ich kann mir gar nicht ausmalen, wie es sein muss, wenn bei anderen mehr als 2 Kilo runter sollen/wollen/müssen. Ja wirklich müssen! Wenn ich an die ganzen süßen Verlockungen denke, an den unstillbaren Hunger nach Kohlehydranten nach dem Training, den ich natürlich gestillt habe (es schreien ja die Muskeln und nicht das Fett), an die Disziplin, die man beim Essen an den Tag legen muss, trotz des vielen Trainings. Wie das Menschen machen, die zu "beschäftigt" zum Sporteln sind und sich durch den Tag dieäten? Also das entzieht sich mir jeglicher Vorstellung... Okay, weiter zum Test.

Nach der Vermessung geht's auf's Laufband. Eine elende Geschichte. Begonnen wird nach der Aufwärmphase mit 8,5 km/h. Dann wird alle 200 Meter nach ein paar dezenten Piepgeräuschen der Anzeigentafel um 5 km/h ('tschuldigung, manchmal neige ich zu Übertreibungen) 0,5 km/h (danke, dem aufmerksamen Korrekturleser!) gesteigert - für die nächsten 200 Meter. Mit der Zeit läppert sich das und wird mühsam. Zu Beginn plauder ich mit dem Trainer noch ein paar Worte über Urlaube und das Wetter. Dann zieht er sich dezent zurück und schaut in seinen PC, wo mein Puls und die ganze Auswertung so vor sich hinklettern. In immer schwindelndere Höhen. Sobald er merkt, dass mein Atemgeräusch in seiner Lautstärke meine Laufschritte übertönt, kommt der lieber Trainer schön langsam wieder an meine Seite. Denn dann wird es hart. Für mich. Und ich muss motiviert werden. Für die nächsten 200 Meter. Denn die Krux an der Sache ist, ich muss im Vorhinein wissen, ob ich noch 200 Meter schaffe. Denn so abbrechen und sterben bevor 200 Meter vorüber sind, geht gar nicht. Will der Trainer nicht - oder das Schwellentestprogramm. Ich würde schon wollen... (ab 14,5 km/h jede Sekunde)

In meinem Körper löst die Frage "Machen wir noch 200?" seltsamste Zustände aus. Es bilden sich "Stressschichten". Von unten angefangen. Meine Füße rennen völlig unbeeindruckt so vor sich hin. Kein Ziehen, kein Meckern, die Muskel arbeiten und haben mit der steigenden Geschwindigkeit des Laufbandes kein Problem. Weiter körperaufwärts beginnt bereits das Drama. Meiner Lunge geht das schön langsam alles viel zu schnell. Sie kommt nicht mit den Beinen nach. So viel Sauerstoff, wie die da unten verbrauchen, kann sie nun mal nicht liefern! Wer das behauptet? Na, der bereits seit guten 100 Metern völlig hysterische Körperoberteil - mein Kopf. Ist völlig außer Rand und Band. Glaubt, jetzt und jetzt fällt das gesamte Menschlein (ich) auf's Laufband und wird 3 Räume weiter katapultiert - mindestens. So schnell bin ich schon... Der Kopf schreit, dass "wir" nicht mehr können. Bis die Lunge in Panik miteinstimmt. Und die Beine ein bisschen enttäuscht (aber schon mehr erleichtert als enttäuscht) aufgeben. Und zwar nach vollendeten 200 Metern bei 16 km/h. Ich bin erledigt. Der Schweiß, der ja wie schon öfter berichtet, sonst nicht rinnt, spritzt beinahe aus meiner Stirn. Die enttäuschten Beine sind völlig trocken. Ja Schweißproduktion ist bei mir eine mentale Angelegenheit...

Jetzt noch der Cooldown, der Puls geht schnell zurück, dort wo er hinsoll. Und ich klettere vom Band. Trainer Alex tippt noch herum, druckt ein paar Zettel aus und lobt mich. Das tut "allen" gut! Mein Leistungsniveau ist so hoch, wie zu meiner besten Zeit im Sommer. Hey, wir haben aber erst Winter! Und noch ganz schön viel Zeit für weitere Verbesserungen bis zum angepeilten Marathon! Damit bin ich sehr glücklich. Verabschiede mich und geh noch ein bisschen auf's Laufband im Fitnesstempel. Anschließend hab ich mir den Laufclubstammtisch auch ohne Laufclublauftraining verdient! 

So sieht das aus, wenn man Spaß daran hat, in seiner Freizeit
viel Bewegung zu machen. Sehr viel. Doch zu meinen sportlichen
Anfängen war ich auch da irgendwo im orangenen Bereich!
Mein Ziel ist es, den Zettel mit der dunkelgrünen Säule oben zu übertreten...

Den neuen Trainingsplan halte ich seit Anfang der Woche bereits in Händen. Da gibt's ganz schön viel zu tun bis AbuDhabi. Somit sei hier an dieser Stelle gesagt: Ich habe viel trainiert und werde viel trainieren. Es hat und wird mir auch weiterhin Spaß machen. Und dafür, dass es so ganz verletzungsfrei abgegangen ist bisher, werde ich vor dem Schlafengehen jetzt ein Dankgebet sprechen.
Gute Nacht!

Freitag, 27. Januar 2012

SJP testet NIVEA


Die NIVEA-Testserie gibts jetzt auf der Extraseite auf meinem Blog.


Und dazu einen neuen Bericht über zwei Produkte-Serie
NIVEA VITAL Anti-Age.

Denn irgendwann kommt jeder Kosmetikschrank in das Alter, in dem er Anti-Age-Produkte beherbergt...

Donnerstag, 12. Januar 2012

Lauftraining

Warum folge ich denn überhaupt einem Trainingplan? Der meine Freizeit zeitweise ordentlich in Anspruch nimmt. Der dann auch noch jede Menge Schlaf von mir fordert und mir einiges an Disziplin abverlangt. Kann sowas denn tatsächlich Spaß machen?

Vorige Woche zum Beispiel: Draußen alles grau in grau. Windböen fegen liegengelassene Papierln über Straße und Gehweg. Der Garmin braucht ewig, bis er genug Satelliten für's GPS gefunden hat. Einstweilen ich darauf warte, fröstelt es mich ganz ordentlich. Es beginnt zu tröpfeln. Ah, das Signal ist da, ich laufe los. Eine Stunde in Grundlagenausdauer, die einzige Herausforderung ist das Wetter. Ein paar Graupel fallen auch vom Himmel, der Wind weht sie mir wie Stachel ins Gesicht. Heute lässt man nicht mal Hunde vor die Türe, es ist absolut niemand zu Fuß unterwegs.

Doch es läuft sich gut heute. Leicht und angenehm. Dankbarkeit in meinen Gedanken - weil ich seit Jahren problemlos Ausdauersport machen kann. Ohne Gelenksprobleme, Muskelschmerzen, nichts. Einfach nichts. Ich laufe und es fühlt sich so unglaublich gut an... Am Spazierweg des Liesingbachs angekommen endlich einer, der seinen Vierbeiner schnell rausführt. Und sogar 2 gutgelaunte Walkerinnen kommen mir entgegen. Na bitte! Ich bin doch nicht alleine! Ein Umstand, den ich irgendwie tröstlich finde. Ich mag wetterfeste Menschen!

Zu Hause angekommen dann rauf, auf's Rad. Noch ein bisschen gekurbelt. Somit 1:40 trainiert. Danach in die Wanne in ein warmes Entspannungsbad. Was für ein Genuss!


Bild von Laola1.de

Oder zum Beispiel letzten Sonntag: 9:30 morgens in Laxenburg. Um 8:00 morgens schau ich aus dem Fenster. Es regnet in Strömen. Hmm, sollte ich auf den Heimtrainer wechseln? Doch für wie lange? 3 Stunden Erlebnislauf stehen auf dem Programm. 3 Stunden am Kettler anstatt dessen. Nein, das kann nicht sein.

Der Regen lässt nach und als ich beim Schlosspark Laxenburg ankomme blinzelt die Sonne durch die Wolken. Na bitte, am besten ist es, schlechtes Wetter zu ignorieren, dann verzieht es sich von ganz von selbst! Drei Stunden mit Nico in Laxenburg - wir tratschen über dies und das und noch viel mehr. Wir traben gemächlich, die Sonne scheint uns immer wieder ins Gesicht, die Wege trocken auf. Der Park ist wunderschön. Wir begegnen Sportbekannten und - wie immer - der kleinen Gruppe mit den Boxer-Hunden. In der letzten Runde nerven mich bereits die kleinen Schritte des langsamen Tempos. Ungewohnt für die Muskulatur, die Oberschenkel ziehen ein wenig. Ich werde schneller, laufe durch das letzte Stück Wald, meine Schritte werden länger. Würzig ist die Luft, ich fülle meine Lungen noch ein wenig mehr, zieh' das Tempo an. Ich spüre wie die Gänsehaut aufsteigt, ein Hochgefühl vom Brustbein aus durch meinen ganzen Körper strömt. Ich kann laufen. Ich KANN laufen. Mitten in diesem Runners-High breite ich die Arme aus. Laufen ist Teil meines Lebens. Es ist ein überwältigendes Gefühl. Noch ein Sprung über die letzte tiefe Lacke in der Wiese und wir haben es geschafft!

Zu Hause eine schnelle Dusche und leckere Schinkenfleckerln mit Salat. Danach falle ich in einen wunderbar entspannten Mittagsschlaf. Kein Muskelkater plagt mich, gar nichts. Kann mit meinem Trainingszustand mehr als zufrieden sein - und bin es auch.

Noch ein Beispiel? Gestern, Mittwoch. Ein bescheidener Tag. Ich habe miese, sehr miese Laune. Grantig und zickig. Armer Nico, er bekommt gleich mal die volle Ladung schlechte Laune ab. Und dann auch noch Intervalltraining. 8x 1000 Meter, dazwischen zwei Minuten gehen oder traben steht auf dem Plan. Nach dem Aufwärmen der erste Kilometer Tempoarbeit. Die Beine fühlen sich müde an, der ganze Körper ist heute müde. Der Schweinehund jault und raunzt - bitte heute nicht. Bitte wieder zurück auf die Couch, ins Warme. Decke über den Kopf und vielleicht ein bissl weiter grantig sein. Der Kopf bleibt stur. Wir KÖNNEN und WERDEN laufen - ich, mein Schweinehund und mein Körper. Einen Kilometer, also rund 4,5 Minuten. Das geht schon.

Klar geht es. Unglaublich, wie lang 1000 Meter sein können. Die Uhr piepst am Ende des ersten Intervalls. Geschafft... Zur Belohnung wird gegangen. Gottseidank hat sich Nico auch diesmal wieder dazugesellt. Alleine würde ich mich noch mehr jammern hören... vielleicht hätte ich das Training einfach abgekürzt bei der Stimmungslage.

Nein, es begeistert uns nicht, dass wir nach zwei Minuten wieder antraben müssen. Für den nächsten Kilometer. Und wieder. Und wieder. Gegenwind auf der Strecke. Ekelhaft bläst er mir entgegen. Genug warm wäre uns jetzt. Nach vier Mal 1000 Meter kehren wir um. Rückenwind, flussabwärts und Heimweh. Das geht gleich viel besser! Vor uns ein Läufer, nein - ein Triathlet. Man erkennt sie (oder uns?) am Laufstil. Triathleten rennen anders. Wir überholen ihn flott. Vorne wird wieder gegangen, er holt uns ein. Dieses Spielchen geht so, bis er eine andere Strecke nimmt. Wir werden schneller mit jedem Intervall. Bis auf 4:20 kann ich meinen Pace noch drücken. Denn am letzten Kilometer gehen die Pferde mit mir durch. Wieder dieser unglaubliche Bewegungsdrang. Ich konzentriere mich auf meine Muskulatur. Fühle meine Beine, meinen Rumpf, die Arme. Spüre das Muskelspiel mit jedem einzelnen weiten und schnellen Schritt. Meine Lunge arbeitet, strengt sich mehr an als meine Beine. Trotz der Anstrengung ist es ein reines Glücksgefühl, das mich durchströmt. Erst die Uhr befreit mich ein letztes Mal vom Tempo. Die achte Intervalleinheit ist zu Ende. Wir traben gemütlich aus, loben uns: Waren wiedermal richtig brav. Und wo ist die schlechte Laune von vorhin? Keine Ahnung... da war schlechte Laune?!?

So ist das mit dem Trainig. Das ist es, was ich die ganze Woche treibe, wenn ich nicht zu erreichen bin. Oder nicht gerade schlafe. Oder anderswie "umtriebig" bin. Ich liebe diesen Sport. Weil er nicht nur für den Körper sondern auch für meine Seele die reinste Wohltat ist!

Dienstag, 3. Januar 2012

Saisoneröffnung

Normalerweise eröffne ich die Wettkampfsaison mit einem kleinen, feinen vier bis fünf Kilometer langen Lauf irgendwo in unserer wintergrauen Stadt. Meistens ist es da recht kalt, meistens tun mir die Bronchien danach recht weh und es ist auch schon vorgekommen, dass ich krank wurde wegen der ganzen Rennerei und Schwitzerei bei Eiseskälte.

Deswegen dachte ich mir: Heuer ist nicht "normalerweise". Heuer mach' ich genau das Gegenteil. Der Bewerb ist statt klein, groß, statt fein, luxuriös, und statt maximal fünf, stattliche 123,5 Kilometer lang. Ach ja, er ist auch so weit weg, dass ich nicht mit Öffis oder meinem Corsa mal eben so schnell hinflitzen kann. Und meistens ist es dort recht heiß - von Eiseskälte keine Spur.

Ich habe heute das okay bekommen - ich bin dabei! Beim Abu Dhabi-Triathlon und zwar bei der Mitteldistanz. Höhöö, da staunt Ihr aber, oder? Ich war noch niemals im Winter dort, wo's warm ist! Also wird es Zeit! Geplant war, nur mitzufliegen, zu begleiten und zuzusehen. Aber ehrlich: Ich hab voriges Jahr bei den großen Bewerben so viel zugesehen, dass mir die Augen vom Zuschaun tränen. Ich möchte wieder mitmischen! Und im Flugzeug will ich mit meiner Finishermedaille sitzen und um ein Abenteuer im Kopf reicher wieder nach Hause kommen!


Ich werde das Gefühl nicht los, 
dass das echt genial werden könnte!



Nun ja, seitdem sich mein Übermut gelegt hat und die daraus resultierende Anmeldung bestätigt wurde, überwiegt die Aufregung gleich nach der Freude. Zwischenzeitlich tauchen jedoch essentielle Fragen in mir auf. Entsetzlich essentielle Fragen:

Werde ich im Salzwasser so lange schwimmen können, wo ich doch noch nie im Salzwasser so lang geschwommen bin? Wie komme ich überhaupt auf die Idee mich für einen Bewerb mit Schwimmen im Meer anzumelden? Werde ich überhaupt ins salzige Nass steigen, wo ich doch grundsätzlich Angst vor dem Meer habe? Darf ich vielleicht mit Sondergenehmigung nur dort schwimmen, wo ich auch noch stehen kann? Werden mich die vielen Haifische im Meer verschonen? Werde ich das Schwimmen ÜBERLEBEN?

Wenn ja: Wird mir ein Sandsturm das Leben zur Hölle machen? Werde ich vertrocknet unter einer kleinen Sanddüne samt meinem Radl unentdeckt verenden? Wird der Asphalt auf der Formel-1-Strecke, die wir im Rennen befahren dürfen (Höhööö! kann ich da nur sagen...) mit meinem Plastikradl zu einer unkurbelbaren Einheit verschmelzen? Wird es zwischen meinen Zähnen am Rückweg sandig knirschen? Wird mich der Hitzschlag treffen oder mein Körper endlich mal anfangen auch ohne Winterkleidung zu schwitzen? Werde ich das Radfahren ÜBERSTEHEN?

Wenn ja: Dann lauf' ich noch gemütlich 10 Kilometer und alles ist gut!

Mein Trainer weiß von der Sache noch nicht so ganz. Ein bissl hab' ich schon nachgefragt, ein bissl war er nicht so überzeugt aber auch nicht ganz abgeneigt. Ja, das kommt davon, wenn ein Trainer Urlaub in Weitweitweg macht. Da haben seine Schützlinge Zeit doofe Abenteuer auszuhecken. 

Doch ich lege diesen Bewerb mal als eine geniale und lange Trainingseinheit an. So hab ich das ganz trainerlos geplant. Statt einem 3-Stunden-Sonntagslauf oder so. Und dann klappts 6 Wochen später auch mit dem Marathon...

Sonntag, 1. Januar 2012

Alles neu macht der 1.1.

Hallohoo, hier bin ich wieder!

Zurück aus der schreibfaulen Feiertagspause. Mitten im Neujahrsanfang! Gefällt mir, dass jetzt ein neues Jahr ist. Ich strapaziere dieses Klischee eines Neubeginns just am ersten Jänner eines jeden Jahres mit Hingabe! Ich drück den "Resetknopf" und wach ehrfürchtig vor dem blütenweißen, unbeschriebenen Blatt des ersten Tages im Jahr auf. Ganz vorsichtig schau ich unter meiner Decke hervor. Die Luft ist frisch, es ist still. Alles ist neu, es fühlt sich für mich ganz einfach so an. Ja, da muss ich erleichternd lächeln und noch ein bisschen unter der Bettdecke bleiben. Schön, dass es Neujahr ist! Ich wünsche mir selbst mal ein richtig großes PROSIT! Im Bett werden alle Muskeln einzeln angespannt und wieder gelockert. Funktioniert alles prächtig...! Ich wäre also bereit, ins neue Jahr einzusteigen.

Natürlich habe ich gute Vorsätze! Es macht Spaß mir zu überlegen, welchen Wichtigkeiten ich das neue Jahr widme. Nein, ich halte sie nicht durch. Nicht immer! Manche davon schon, manche vergess' ich recht schnell wieder. Aber das ist mir egal! 

Ein paar Termine für 2012 sind schon eingeteilt, ein paar in meinem Kopf. Nicht nur sportliche, ganz klar. Aber besonders auf die sportlichen freue ich mich sehr! Das verursacht ein freudiges, tiefes Einatmen - noch immer unter der Decke. Die frische Luft im Schlafzimmer macht mir die Nase kalt. Ein bissl noch bleib ich liegen...

Wie war das mit den Terminen? Ach ja, da ist mal der Marathon, den ich heuer laufen möchte. Dafür trainiere ich ja jetzt schon! Ist mein erklärtes A-Ziel! In welcher Zeit möchte ich den rennen? Ja, genau! Das verrate ich nicht, keine Chance! Dann die Ironman-Halbdistanz in St.Pölten. Ich mag den Bewerb so sehr, ich möcht' dort unbedingt nochmal hin. Und dann die Halbdistanz in Zell am See! Alle sind dort. Alle, die ich kenne und noch viel mehr! Jeder redet von Zell am See und jeder freut sich darauf. Der Ironman 70.3 kommt also nach Zell... fein! Das sind so die großen Ziele für heuer. Ah, da hab ich noch etwas im Hinterkopf. Muss aber erst den Trainer fragen und ein paar Kleinigkeiten organisieren. Hmm, hmm,... so träum ich vor mich hin und freu mich! 

Jetzt aber nix wie raus aus den Federn! Gut frühstücken und dann das Neujahrskonzert anschaun! So fängt das Jahr gleich richtig prächtig an! Somit wünsch' ich auch Euch von ganzem Herzen ein ordentliches und richtig großes 

PROSIT!!

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Der Trostschrank

Es tut sich wiedermal kulinarisch unglaubliches im Büro. Es geht um unseren Trostschrank. Wie ich schon erklärte - andere haben tröstende Süßigkeitenladen unter ihrem Schreibtisch. Wir kleckern nicht rum, wir klotzen - um unseren Bedarf an süßer Nervennahrung zu decken, benötigen wir zur Bevorratung einen ganzen Kasten. Unser Trostschrank steht in süßer Opposition zur bitteren Realität des Jobs. Es wäre kein Honigschlecken, arbeiten zu gehen ohne zu naschen. So beißen wir wenigstens nicht auf Granit, sondern auf Zucker. Zugegeben, wir arbeiten in keiner Kohlengrube, doch manchmal, ja manchmal könnt' man es meinen.

Während des Jahres sammelt sich nun so dies und das in einem der Kasten-Regale - ein ständiger Wechsel aus Keksen, Schokoladen, Zuckerln, Kuchen, Bonbonnieren, Riegeln, etc. etc. Ab und zu mischt sich Salzgebäck darunter, das läuft aber meistens ab. (Wir essen auch abgelaufenes Zeug, aber nur wenn's süß ist. Allerdings: Die abgelaufene Diätschokolade machte sogar uns ob des schlechten Geschmacks stutzig.) Regelmäßig wird nachgekauft, damit wir was zum Kaffee dazuhaben oder damit wir uns - bevor wir in Tränen (oder in Rage) ausbrechen - nach echauffierender Tätigkeit  belohnen und trösten können.

Vor Weihnachten ist es aber ein wenig anders. Aus allen Himmelsrichtungen kommen Menschen, die uns als kleinen Weihnachtsgruß die eine oder andere Süßigkeit mitnehmen. Was uns ungeheuer freut, dann brauchen wir nix nachkaufen und vor allem werden Leckereien gebracht, die wir nie selbst kaufen würden. (wir kaufen meisten die billigeren Kekse - schmecken auch) Diese Weihnachtsaufmerksamkeiten übersteigen jedoch unseren stetigen Schokoladen- und Kekskonsum enorm (und wir sind gut im schnellen Essen von besonders großen Tafeln Schoki oder den 1000g-Packungen Keksen). Jeder von uns fungiert als Zubringer geschenkter Süßigkeiten, von denen er nicht alleine dick und kugelrund werden will. Frei nach dem Grundsatz: Geteilte Kalorien sind halbe Kalorien! Somit füllt sich der Trostschrank immer mehr, ein zweites Regal wird "eröffnet", um die süße Last zu tragen. Jeder Zugang wird mit Freudenausrufen der Anwesenden gutiert, es wird hingebungsvoll herum- und zugeschlichtet.

Lagerzwischenstand am 19.12.
Das ist noch lang nicht alles
Das ganze nimmt Formen an wie bei den Eichhörnchen, die sich für den Winter bevorraten. Das Ergebnis: Ein übervoller, fast ekelhaft gefüllter Süßigkeitenschrank. Rund 1.000.000 Kalorien auf einem Haufen. Es plagt uns die Qual der Wahl aus tausenden Köstlichkeiten das für die Stunde (oder auch nur für Sekunden) richtige auszuwählen. Hin und wieder erleichtern wir unser eigenes Hüftgold, indem wir Bestechungsbonbonnieren in die Buchhaltung transferieren - zur Abrechnungs- und Bilanzzeit ist diese Vorgehensweise nicht zu unterschätzen!

Ich habe das letzte Mal schon Einhalt gefordert, das Elend mit dem zukünftigen Übergewicht und drohenden Nulldiäten nicht noch zu vergrößern. Vergebens. Wir horten mit liebevoll-irrem Blick alles, was den Gaumen in süßer Art und Weise verwöhnt. Auch mein Schrei nach einer Selbsthilfegruppe für Schokoladenabhängige verhallte ungehört im Besprechungszimmer. 

Was bleibt also anders übrig, als nach den Weihnachtsfeiertagen ein Post-It mit Datum und Uhrzeit (da sind wir genau) in den Schrank zu kleben. Damit wir wissen, wie schnell sich zu elft eine Million Kalorien vertilgen lassen. Damit wir danach über uns alle richtig bestürzt sein können und uns auf der Stelle trösten müssen... Voriges Jahr hörten wir ca. Mitte Februar (die Idee mit dem Post-It war da noch nicht ausgereift genug) den gellenden Schrei  des Entsetzens: "Es is nix mehr da!!!" zum ersten Mal. Ich kann uns für diese Sucht nicht gut leiden, befinde mich jedoch in völliger Abhängigkeit ohne Aussicht auf Entzug. (eventuell ein 12-wöchiger Krankenstand würde helfen - zu Hause gibts nix süßes). Aber spätestens nach der nächsten problemewälzenden Sitzung, dem übernächsten Krisentelefonat oder einem Außendienst bei widrigen Verhältnissen mag ich uns für diese Lasterhaftigkeit dann wieder sehr, sehr, sehr gern'!

Sonntag, 18. Dezember 2011

Das Rezept für die besten Kekse der Welt

Die Woche lief sehr "durchwachsen" ab. Manchmal kommen meine Emotionen durcheinander, vermischen sich zur Giftbrühe, verätzen den Boden unter meinen Füßen und dann häng ich am Rand meiner Mitte und muss erst wieder mühsam auf den Rest der Plattform raufkraxeln.

Doch dann gibt es Tage wie gestern und heute.

Ein Besuch am Adventmarkt in Brunn mit Eltern, Schwesterchen und Schwager. Ganz ein kleiner, stimmungsvoller Adventmarkt mit viel Handarbeit an den Ständen und in den Räumen des ehrwürdig alten Kulturgebäudes. Kinder sangen aus vollster Überzeugung Weihnachtslieder, das Christkind hat ihnen einen Besuch abgestattet, sogar ein Rentier stapfte hinterdrein. Zielstrebig hinter den kleinen Karottenstücken des Rentierhirten her. Es schneite (für meine Begriffe etwas zu "rustikal" mit kleinen Sturmböen und Graupelschauern, doch immerhin - es schneite!) - zum ersten Mal heuer bei uns. Ein Sackerl mit warmen Maroni wärmte meine Hände. Ich hab Engelsseife für eine ganz besondere Frau als kleines Geschenk erstanden, die ich heuer kennenlernte. 

Die Bilder vom Adventmarkt sind leider nicht's geworden.
Bis auf diesen hübschen Baum!

Nach dem Adventmarkt ein Treffen mit einem lieben Freund im kleinen, gemütlichen Bierlokal gleich nebenan. Ich freute mich den ganzen Tag darauf - und auf den köstlichen Hamburger, den es dort gibt. Und bekam zu meiner Überraschung schon ein Weihnachtsgeschenk! Einen Anhänger von Sabo - ein kleiner Laufschuh mit Hermesflügeln... Ich hab' so große Freude damit und der Anhänger passt wie angegossen...! 

Heute morgen wache ich auf - strahlender Sonnenschein. Das hat's hier schon lang nicht mehr gegeben. Also auf nach Laxenburg zu einer zweieinhalbstündigen Laufeinheit. Daraus wurden 2 Stunden und 40 Minuten laufen und allerfeinste Plauderei mit meiner heutigen Laufbegleitung. So ließen sich vier Runden im Park ohne auch nur einmal müde zu werden wunderbar laufen. Mein Puls und die Geschwindigkeit waren so gleichmäßig wie selten zuvor. Stille Zufriedenheit stellte sich auf der Heimfahrt ein, obwohl ich noch länger laufen hätte können und vor allem noch viel länger plaudern hätte wollen. Aber die Winterkälte trieb uns dann doch in unsere Autos und auf den Heimweg.

Wieder zu Hause stehe ich vor der Kekserldose, die mir Mama gestern mitgegeben hat. Einundzwanzig (21!) Sorten Kekse hat sie heuer gebacken. In allen erdenklichen Formen und Geschmacksrichtungen. Jede Sorte leckerer als die andere. Ich hab Kekse gestern am Adventmarkt inspiziert. Sie sehen sehr köstlich aus, sicherlich. Doch die von Mama sind unschlagbar, sie schmecken irgendwie so weich und besonders und anders besser. Was kann ihr Geheimrezept sein? 

Was macht diese Kekse zu den allerbesten der Welt?

Darüber brauche ich nicht lange nachzudenken, nichts auszuspionieren oder nachzufragen. Die Antwort ist ganz einfach und auch gar nicht geheim: Liebe. Liebe macht Kekse lecker. Und nicht nur das. Liebe in ihren unzählbar vielen Formen, Farben und Ausprägungen macht auch Tage sonnig, Laufrunden unterhaltsam, Adventmärkte für Weihnachtsmuffel stimmungsvoll, Weihnachtsgeschenke zu etwas ganz besonderem. Sie vergrößert die Plattform meiner eigenen Mitte und vielleicht macht sie auch eines Tages einen kleinen Rand um dieses Podest, damit ich nicht mehr so leicht runterfallen kann.

Eindeutig: SJP... :-)